...wo man ganz viel Zeit hat, sich noch mehr vorgenomment hat und wo man nichts macht, weil - man hat ja noch genug Zeit. Nach einiger Zeit merkt man dann , dass man eigentlich auch kein Bock hat bzw. manche Dinge sind vielleicht noch nicht dringend genug...
Bitte sagt, dass Ihr Euch darin wiederfindet...
Außerdem kann man ja auch ruhig mal ein bisschen unproduktiv sein, oder?
Naja, bei mir ist irgendwie das Gegenteil einprogrammiert...
Vor allem war ich in der letzten Zeit fast nie alleine, um so schwerer fällt es mir jetzt. Zum Glück bin ich in meinem Lieblingswohnheim und wohne nicht alleine.

Aber das hält mich natürlich nicht davon ab, mir auch weiterhin zuviel vorzunehmen, zum Beispiel die Welt zu retten. Vielleicht zumindest ein bisschen ; )
Nachdem mein Opa mir zu Weihnachten das Buch "Der große Selbstbetrug" von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann geschenkt hat, war ich erst froh. Dieses Buch kann ich mit meinem begrenzten Hintergrundwissen wenigstens flüssig lesen im Gegensatz zu den Büchern, die ich sonst von ihm bekomme. Trotzdem finde ich es gut, dass er mir nicht einfach Geld schenkt, sondern mich weiterbilden will :D
Ich teilte meinem Opa vorsichtig die Schlussfolgerung mit, dass man sich als Bild-Chefredakteur moralisch nicht mehr als 50% aus dem Fenster lehnen sollte und prompt kam zum Geburtstag die Aufforderung, ich sollte mir doch dieses mal selbst ein Buch aussuchen. Dieses hier ist es geworden:


Welt retten für Einsteiger
30 Gründe für ein gutes Gewissen

(Christian Berg, Manuel J. Hartung)


Die Sache ist, ich habe oft dieses Gefühl, es könnte nicht richtig sein, was ich tue. Das betrifft vor allem das Einkaufen: Vergiften sich Landarbeiter an den Pestiziden für die Tomaten, die ich gerade esse? Wie kann mein Used-Look-Polohemd von New Yorker eigentlich 5€ kosten? Könnten das von Kindern in Sonstwo in echt mal total beschissenen Verhältnissen genäht worden sein.
Ich habe keine Ahnung.

Ich habe mir letztens überlegt, bald habe ich meinen Bachelor fertig, dann hab' ich vielleicht einen Job und mehr Kohle zur Verfügung als vorher, aber was mache ich eigentlich damit?
Auto brauche ich nicht, ich will lieber in einer WG wohnen (s.o. ...), Urlaub muss ich auch nicht ständig machen - warum nicht einfach mal bewusst konsumieren? Könnte bequemer sein, als sich aktiv Greenpeace anzuschließen und man hat trotzdem was getan.
Was mit zum Thema einkaufen noch weiterhelfen könnte, ist "Die Einkaufsrevolution: Konsument entdecken ihre Macht" von Tanja Busse. Oder Fast nackt: Mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben" von Guardian-Redakteur Leo Hickmann.
Apropos - weiß jemand eine Übersicht von Marken/Konzernen, die man meiden sollte? Mit der Begründung, warum?

Man man, ganz schön öko, aber so ungefähr meine naiven Gedanken in letzter Zeit.
Was draus wird, ob ein/das Buch überhaupt halten kann, was ich mir da verspreche oder ob das momentan nur ein Hirngespinst von mir ist, weil ich Zeit habe, mir darüber den Kopf zu zerbrechen - davon vielleicht hier bald mehr.
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